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30 Grad im Winter im Süden der Erde

Artikel aus der Augsburger Allgemeinen vom 15.12.2007

Augsburg/München (uk)

Hilfsprojekt: der Augsburger Raphael Ottinger baute einen Kindergarten in Südafrika

.... Mitten in einem Township, einem schwarzen Elendsviertel, nahe Johannesburg errichtete Ottinger gemeinsam mit 35 Kommilitonen, 20 afrikanischen Arbeitern und zwei Professoren einen Kindergarten.

Vor einem Jahr nahmen die Studenten der Techenischen Universität München (TUM), an der Ottinger studiert, das Projekt komplett selbst in die Hand. 75000 Euro trieben sie an Spenden- und Sponsorengeldern auf, um in Orange Farm südlich von Johannesburg ihr Vorhaben zu verwiklichen. Zwar gab es dort schon einen Kindergarten, doch bestand der aus einer windigen Wellblechhütte mit Einschusslöchern. Inzwischen is die alte Hütte abgerissen und das neue Gebäude steht. 80 Kinder soll es beherbergen.

Von der ersten Skizze über etliche Modelle bis zum Fundament und den Bauarbeiten stemmten die Studenten das Vorhaben. Allerdings mussten sie nicht nur planen und bauen, sondern vor allem Geld auftreiben. Mit Benefizkonzerten, Partys und Spenden sammelte man eine stattliche Summe, welche die Flugkosten jedoch nicht deckte. Jeder Student bezahlte seinen ehrenamtlichen Einsatz aus eigener Tasche.

Vor Ort errichteten die künftigen Architekten den Bau zügig in sechs Wochen. Von Mitte August bis Anfang Oktober, wenn in Südafrika Winter ist, schufteten sie täglich bei 30 Grad Celsius. Nachts fielen die Temperaturen schlagartig auf null Grad ab. "Mal gab es den ganzen Tag keinen Strom, mal brach die Wasserleitung. Wir haben es trotzdem gepackt", resümiert Ottinger.

Die Kriminalität war auch ein Thema. Mit mehr als 18000 registrierten Morden vergangenes Jahr liegt das Land ganz vorne im internationalen Vergleich. " Wir beschäftigten einen Wachmann auf der Baustelle, damit unser Werkzeug über Nacht keine Füße bekommt", erklärt Ottinger. Dennoch sei am letzten Tag des Projekts sämtliches Werkzeug gestohlen worden. Probleme gab es auch mit ihren beiden Bussen. Regelmäßig mussten die Studenten schieben, was Einheimische erheiterte. Einmal blieb einer der Busse sogar mitten in Soweto liegen, einem sehr gefährlichen Township. "Das hätte brenzlig werden können. Aber zum Glück war es da noch hell", so der Augsburger.

Trotz aller Widrigkeiten überwiegen für Ottinger die positiven Eindrücke, vor allem einer zum Ende seines Aufenthaltes. Ein afrikanischer Bauarbeiter names Erol lud ihn zu sich in die Wellbelchhütte ein. "Die Leute besitzen zwar fast nichts. Sie sind aber sehr freundlich", sagt der 26-jährige. "Am Schluss habe ich Erol meine alten Stiefel geschenkt. Seine Freude kann man sich vorstellen."

 

 

Infokasten :

KINDERGARTENPROJEKT

Die Idee: Studenten entwerfen soziale Einrichtungen in Südafrika und bauen sie gemeinsam mit Bewohnern und Nutzern vor Ort. Die Idee für diese Art von Entwicklungshilfe stammt von Wiener Stadträten, die 2004 das Projekt SARCH für nachhaltige Architektur ins Leben riefen. Beide Seiten - Studenten und Einheimische - sollen von den Lernprozessen profitieren.

 

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